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Frühaufsteher und nächtliche Wachphasen

 

 Hallo ihr Lieben,

heute schauen wir uns zwei Schlaf-Themen an, die viele Familien stark fordern:

 

👉 Frühaufsteher (alles vor 5:30 Uhr)

👉 nächtliche Wachphasen (Kind ist nachts 40 Minuten bis 2 Stunden wach)

 

Diese beiden Themen treten sehr häufig gemeinsam auf und das ist kein Zufall.

Denn in vielen Fällen haben sie dieselben Ursachen.

 

Gemeinsame Ursachen von Frühaufstehen & nächtlichen Wachphasen

 

1. Entwicklungsschübe, wenn der Schlaf vorübergehend instabil wird

 

Typisch dafür ist:

- das Verhalten kommt plötzlich

- es gab keine große Veränderung im Alltag

- nach einigen Wochen verschwindet es wieder von selbst

 

Dein Kind entwickelt sich rasant und es gibt viel zu verarbeiten. Entwicklung, Wachstum und Reiz-Verarbeitung findet zu einem großen Teil NACHTS statt. Das bedeutet: der Schlaf wird leichter, unruhiger und fragmentierter. Zähne und Krankheiten können übrigens ebenso eine Ursache sein.

Sporadisch oder phasenweise auftretende Wachphasen oder frühes Aufwachen gehören also zum Großwerden dazu  und dürfen einfach angenommen werden.

Wenn also ein derzetiger Entwicklungssprung die Ursache ist, kannst du nichts machen oder „reparieren“, sondern nur durchhalten. 

 

Wichtig: 

Eine Wachphase dauert so lange sie dauert, egal was du machst, also spar dir deine Energie. Du MUSST NICHT tragen, dauerstillen oder auf den Pezziball. Insbesondere nicht, wenn dein Kind freudig neben dir rumglukst. Bleibe Vorbild und versuche weiterzudösen. Ja, ich weiß - Theorie und Praxis und so... Trotzdem: kein Licht, keine Aktion. Tränen werden selbstverständlich jederzeit begleitet. 

 

 

2. Wachzeiten & Tagschlaf - zu viel oder zu wenig

 

Sehr häufig liegen frühes Aufwachen oder nächtliche Wachphasen an nicht passenden Wachzeiten oder einem Ungleichgewicht im Tagschlaf / Schlafrhythmus.

 

Zuviel Tagschlaf oder zu kurze Wachzeiten = geringer Schlafdruck = Weiterschlafen schwierig

Zu wenig Tagschlaf oder zu lange Wachzeiten = Übermüdung = Weiterschlafen schwierig

 

Für Eltern ist das manchmal schwer einzuschätzen, deshalb gibt es hierfür die heißgeliebten Tabellen.

Sie sind keine Regeln, sondern Orientierungswerte. Und gerade bei solchen Themen können sie wirklich Gold wert sein. Diese Tabellen sind DURCHSCHNITTWERTE, wie lange ein Kind in welchem Alter wach bleiben kann und wieviel Schlaf es circa benötigt. Durchschnittwert bedeutet aber auch: es gibt Kinder die mehr oder weniger schlafen und dies trotzdem passend ist. 

 

👉 Mein Tipp:

 

Nutze meine Tabelle als grobe Orientierung und beobachte dein Kind mindestens zwei Wochen:

Wie schnell schläft es ein?

Wie ist die Nacht?

Wie wirkt es tagsüber?

 

Wachphasen und Frühaufstehen geht meist nicht von heute auf morgen wieder weg, nur weil du 30 Minuten früher ins Bett gebracht hast. Deshalb lohnt es sich 1-2 Wochen dran zu bleiben, ohne dabei den Blick aufs Kind und die eigene Intuition zu verlieren.

 

 

3. Starke Weiterschlafhilfen, wenn sie plötzlich fehlen

 

Ab etwa 4 Uhr morgens sinkt der Schlafdruck ganz natürlich.

Zudem bereitet sich der Körper hormonell auf das Aufwachen vor (Melatonin sinkt / Cortisol steigt) - Weiterschlafen wird dadurch schwieriger. Auch bei uns Erwachsenen.

 

Wenn dein Kind tagsüber und nachts zum Weiterschlafen auf eine sehr starke Hilfe angewiesen ist

(z.B. die Federwiege) kann dies ebenso zu frühem Erwachen oder früh morgendlichen Wachphasen führen. Beispiel: Dein Kind ist es gewohnt ausschließlich mit sehr starker Bewegung zu schlafen - eine Steigerung ist nicht mehr möglich. In den frühen Morgenstunden braucht es jedoch derzeit "mehr" um gegen die natürliche Prozesse des Körpers anzukommen. Die Folge: Es wacht auf.

 

Dies ist übrigens auch der Grund, weshalb die Morgenstunden meist unruhiger sind und/oder dein Kind mehr oder gar dauerhaft die Brust fordert. Es braucht "mehr" Hilfe, als den Rest der Nacht.

 

Aber auch die früh morgendliche Darmtätigkeit kann das Weiterschlafen erschweren. Diese verwächst sich meist mit dem Alter (Gastrokolik-Reflex)

 

Wie du starke Ein-oder Weiterschlafhilfen sanft reduzieren kannst, findest du in meinem Online-Kurs "Liebevolle Veränderung" mit Geld-zurück-Garantie.

 

 

4. Nächtliche Wachphasen: Situationswechsel 

 

Ein Situationswechsel kann ebenso eine Rolle spielen:

 

Typisch im Kleinkindalter: Das Kind wacht auf, wandert ins Elternbett und ist dadurch erstmal richtig wach. Das kennen wir alle: Wenn man nachts geweckt wird, schläft man manchmal nicht so leicht weiter.

 

Hier hilft ruhige Begleitung - ohne Aktion, ohne Licht, ohne Gespräch und Vorbild sein. 

Langfristig kann man sich überlegen, ob und wie man dieses Problem dauerhaft lösen kann.

 

 

 

Wo sich Frühaufsteher & nächtliche Wachphasen unterscheiden

 

Frühaufsteher: „Ich bin wach - also ist Tag“

 

Wie bereits erwähnt bereitet sich der Körper in den frühen Morgenstunden auf das Wachwerden vor und der Schlafdruck ist stark gesunken. Der Schlaf ist dadurch leichter und störanfälliger. Deshalb kann es vorkommen, dass Kinder - aber auch wir Erwachsene- in dieser Zeit einfach wach werden.

 

Der Unterschied bei uns Erwachsenen:

Wir schauen auf die Uhr und denken: „Ich schlafe nochmal.“ Das ist eine bewusste Entscheidung.

Kinder tun das nicht.

 

Und genau hier entsteht oft ein Kreislauf:

früher Start in den Tag > zu wenig Schlaf > Übermüdung > hoher Cortisolspiegel > wieder frühes Aufwachen

 

Die meisten Kinder sind um 5:30 Uhr NICHT ausgeschlafen.

 

Ausnahme:

Geht ein Kind sehr früh (z. B. 18 Uhr) ins Bett, kann es tatsächlich auch einfach AUSGESCHLAFEN sein.

Dann wäre der Weg:

Die Zubettgehzeit schrittweise nach hinten zu verschieben, indem du schrittweise die Wachphasen sanft aufdehnst. Dies braucht Geduld. Eine Rhythmus- Umstellung kann, nach Ankommen bei der "Zielzeit", noch bis zu zwei Wochen dauern.

 

Als Orientierung:

Die meisten Kinder schlafen nachts etwa 11 Stunden (± individuell).

 

Wenn dein Kind jedoch NICHT einfach ausgeschlafen ist (deutlich wahrscheinlicher), kann ein optisches Signal eine große Hilfe sein, den Übermüdungskreislauf zu durchbrechen

Dieses brauchst du jedoch nicht zwingend. Du kannst auch mit deiner Haltung und liebevoller Konsequenz zeigen, dass noch Nacht ist.

Ich persönlich bin jedoch ein großer Fan von Hilfsmitteln, die es Kind und Eltern leichter machen.

 

Orientierung geben mit optischen Signalen 

 

Da Kinder ja lange Zeit nicht wissen, wann Tag und Nacht ist (insbesondere da es im Sommer früh hell und im Winter lange dunkel ist ) kann ein optisches Signal unterstützen.

Dies kann ein kleines Nachtlicht mit Zeitschaltuhr sein ( "Solange das Nachtlicht brennt ist Nacht.") oder eben eine dafür hergestellte Kinderuhr. Diese nennen sich Schlaftrainer (schlechter Name, ich weiß).

Diese leuchten beispielweise nachts rot und ab morgens grün, oder haben die Augen auf oder zu.

 

All diese Produkte signalisieren klar:

Nacht = schlafen / ruhig bleiben

Tag = aufstehen

 

Hier findet ihr ein paar Beispielprodukte (Affiliate-Link)

Wichtig ist hierbei aber nicht das Gerät, sondern die Bedeutung, die ihr ihm gebt.

 

Der wichtigste Faktor: Deine innere Haltung

Dieser Punkt wird häufig unterschätzt. Ein Schlaftrainer löst deine Probleme nicht im Alleingang!

Stell dir also beim früh morgendlichen Erwachen vor:

👉 Es ist 2 Uhr nachts, nicht 5 Uhr morgens. Es ist utopisch JETZT den Tag zu starten. Glaub mir, du wirst eine komplett andere Haltung haben. Denn seien wir mal ehrlich: Wie oft geht dein Puls hoch, wenn auf die Uhr schaust und dir denkst "Nein, nicht schon wieder ne 5!"?

Dein Kind spürt das. Alles. 

 

Du darfst deinem Kind also vermitteln:

„Es ist okay, dass du wach bist.“ (kein Druck)

ABER: "Ich bin müde, ich schlafe, es passiert jetzt nichts.“

 

Kein Spielen. Kein Tagesstart. Keine große Reaktion.

Auch nicht, wenn es selber dies anders sieht. 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es nach circa einer Stunde wieder weiterschlafen.

 

Dein Kind lernt: Nacht bleibt Nacht und es verpasst nichts.

Denn seien wir mal ehrlich: Mit Mama/ Papa spielen ist ja auch deutlich aufregender, also nochmal eine Runde weiterzuschlafen, oder nicht?

 

Dies braucht Zeit, Klarheit und Konsequenz. 

Und funktioniert natürlich NICHT, wenn dein Kind ausgeschlafen ist.

 

Das weißt du aber nicht? 

1. Anhaltspunkt: Dein Kind wacht weinend auf und wirkt müde auf dich

2. Anhaltspunkt:  Dein Kind ist sehr schnell nach dem Aufwachen wieder müde. Was "sehr schnell" bedeutet ist natürlich altersabhängig, aber ich würde mal grob sagen: nicht mal die Hälfte seiner "altersgerechten Wachzeit". Ist dein 12 Monate altes Baby, also nach einer Stunde schon wieder schlafbereit, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es eben nicht ausgeschlafen war.

3. Anhaltspunkt: Die Aufwachzeit ist deutlich vor 11 Stunden NACH der Einschlafzeit.

 

 

Fazit:

 

Frühaufsteher und nächtliche Wachphasen haben oft dieselben Ursachen.

Mit Verständnis, realistischen Erwartungen und einer klaren Haltung pendelt sich vieles wieder ein.